VI.3. The Youth

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Neue Zürcher Zeitung, January 15       

Mehr Spielzeit für alle: Diese Gefahren sehen Forschende in der Bildschirmzeit der Allerkleinsten

Ein Tablet im Kinderwagen, ein Smartphone zwischen Milchflasche und Mittagsschlaf: Bildschirme gehören längst auch zum Alltag von Babys. Was aber macht die digitale Ablenkung mit ihrer Entwicklung? Erschreckendes, sagen Spezialisten.

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Eine Taufe in einer vollen Kirche, ein Mädchen in der ersten Bankreihe beugt sich über ein Tablet. Ein Zoo, Schafe, Giraffen, Elefanten. Ein Knabe im Kinderwagen starrt aufs Smartphone. Ein Wagen in einem Zug, viele Kinder, viele Geräte. Ruhe.

Es sind alltägliche Szenen, weil digitale Geräte längst Alltag sind – selbst im Leben von Babys und Kleinkindern. Kinderwagen-Anbieter statten ihre Produkte zum Teil mit Vorrichtungen für Tablets aus. Am Esstisch läuft ein Zeichentrickfilm, das Kind macht den Mund auf und wird mit Nahrung «befüllt». Die Geräte vibrieren, leuchten, lenken ab. Das Kind ist still, die Eltern atmen durch – und lesen, schauen, tippen.

Schon im ersten Lebensjahr vor Bildschirmen

Der digitale Alltag beginnt selten mit Absicht, er beginnt oft mit Notwendigkeit. Und er liefert Zahlen. Solche, die Forschende beunruhigen.

Jedes fünfte Baby, so heisst es in einer Studie des Universitätsklinikums des Saarlandes, konsumiert bereits im ersten Lebensjahr digitale Medien. In der letzten Minikim-Studie von 2023 heisst es, dass fast jedes dritte Kind im Alter von vier oder fünf Jahren ein eigenes Tablet besitze. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat dabei 600 «Haupterzieherinnen» von Kindern zwischen zwei und sechs Jahren befragt, meist fallen unter das bürokratische Wortungetüm Mütter.

Mittlerweile sind es Frauen, die bereits selbst mit digitalen Geräten aufgewachsen sind. Was sei schon dabei, wenn das Kind vor ein Tablet gesetzt werde, damit die Autofahrt entspannt ablaufe oder das Treffen mit der Freundin im Café ohne ständiges «Mama, mir ist langweilig» unterbrochen werde? Das Kind lerne was, Farben, Zahlen, Englisch. Die Geräte seien ohnehin nicht mehr aus dem Leben wegzudenken.

Die Studien gingen an der Lebensrealität vorbei, klagen die, die sich dann doch darüber wundern, warum ihr Kind denn nun wirklich keine einzige Autofahrt mehr ohne das Tablet meistert.

«Ein Menschheitsexperiment» mit Folgen in 15 Jahren

«Mediensozialisation erfolgt in den ersten drei, vier Lebensjahren. Dabei werden die Weichen für die spätere Mediennutzung gestellt», sagt Frank Paulus. Er ist Leitender Psychologe am Universitätsklinikum des Saarlandes und hat mehrere Studien zum Nutzungsverhalten, zu Schlaf und Emotionsregulation bei Säuglingen und Kleinkindern im Kontext digitaler Medien und familiärer Einflüsse veröffentlicht.

In seiner Sprechstunde trifft er Eltern mit ihren Kleinkindern an, die diesen sofort ein Telefon in die Hand drücken, weil sie dem Psychotherapeuten über die Verhaltensauffälligkeiten ihres Kleinen berichten wollen. Er spricht mit Eltern eines Jugendlichen, weil ihr Nachwuchs auch schon einmal mit einer Axt den Router zertrümmert hat, nachdem sie die Computerspielzeit begrenzt haben. Per Teams – man wolle schliesslich vom Positiven digitaler Medien profitieren – berichtet er von einer gestörten Bindung zwischen Eltern und Kind, wenn die Geräte als digitale Nanny eingesetzt werden.

Schaue die Mutter oder auch der Vater aber immer wieder aufs Telefon, fehle ihnen die Zeit, aufs Kind zu schauen und seine Bedürfnisse wahrzunehmen. Die Wissenschaft spricht dann von «Mini-Still-Face-Momenten». Das Gesicht des Erwachsenen ist plötzlich neutral, die Reaktion verzögert sich, der Blickkontakt ist weg. Säuglinge aber reagieren stark auf Blickkontakt und erwarten irgendeine Resonanz. Fehlt diese, sind sie irritiert und gestresst.

«Das Gerede, das Kind werde dadurch auf die digitale Welt vorbereitet, ist Quatsch. Das Kind begreift durchs Greifen, es braucht Bewegung und echte Erfahrungen, das Lächeln und die Stimme der Eltern, eine sichere Bindung. Bis drei sollte es keinen Bildschirm nutzen», sagt er.

Weltweit gibt es mittlerweile zahlreiche Studien zum Einfluss digitaler Medien auf Babys und Kleinkinder. Sie alle sprechen von einem fast schon dramatischen Anstieg des Gebrauchs digitaler Geräte, von einem Menschheitsexperiment gar. Auch Paulus nennt es ähnlich. «Die Auswirkungen werden wir in zehn, fünfzehn Jahren sehen. Ich sorge mich.» Doch während Schulen weltweit Regeln für den Gebrauch von Smartphones aufstellen, während Regierungen über Verbote der Nutzung von sozialen Netzwerken bei Jugendlichen nachdenken oder sie umsetzen, scheint die Sorge beim Einsatz digitaler Geräte in den ersten Lebensjahren erstaunlich gering.

Digitaler Schnuller verschlimmert oft bestehende Probleme

Dabei verdrahtet sich das Hirn anhand dessen, was es erlebt. Der frontale Cortex, der Teil des Grosshirns, der für die Zielsetzung, die Impulskontrolle, die Aufmerksamkeit, die Konzentration, für die Empathie, ja letztlich für die Identität zuständig ist, ist erst mit etwa 25 Jahren ausgereift. Im ersten Lebensjahr ist das Gehirn so formbar wie zu keinem anderen Zeitpunkt im Leben. Es reagiert sehr schnell und sehr stark auf Sinneseindrücke, Sprache, Berührungen, Beziehungen, Wiederholungen. Das Baby gedeiht praktisch davon.

Der digitale Schnuller verschlimmert oft Probleme, die bereits da sind. Kinder, die Schwierigkeiten haben, ihre Emotionen zu regeln, werden laut Studien besonders häufig mit dem Handy ruhiggestellt. Das aber macht sie langfristig noch ungeduldiger und reizbarer. Ein Handy stört das Schlafverhalten, es beeinflusst die Sprachentwicklung, es bringt den Kleinen nicht bei, wie sie Frust ertragen können. Bildschirmzeit ersetzt oft die Tätigkeiten, die laut Entwicklungspsychologen nützlich sind, um Phantasie zu fördern: freies Spiel, Rollenspiel, das schlichte Sprechen und Erzählen.

Ein Bildschirm wartet nicht. Die Welt auf dem Display ist schnell und bunt, sie passt sich dem Kind an und belohnt es rasch.

Katharina Müller-Weber nennt es eine Welt voller Angebote. «Wenn ein Kind vor dem Bildschirm sitzt, ist es in einem tranceähnlichen Zustand. Es bewegt sich nicht und spricht nicht. Es ist passiv, wie abgestellt», sagt die Kinderärztin aus Uster. Mit ihrer Kollegin, der Entwicklungspädiaterin Stephanie Stücheli-Herlach, erlebt sie jeden Tag, wie der Konsum digitaler Medien sich auf die Kleinsten auswirkt. Die beiden erzählen von Müttern, die in der Sprechstunde in ihr Telefon starren, während ihr Kleinkind alle Schränke in der Praxis auszuräumen versucht. Sie berichten von Eltern, die stolz darauf sind, wenn ihr Kind englische Wörter von sich gibt, aber kaum in der eigenen Muttersprache etwas sagen kann.

An der Wand in ihrer Praxis hängen Bilder, bunte Blumen, Bäume, Autos, von Kindern gemalt. Müller-Weber hat schon ein dreijähriges Kind in ihrer Sprechstunde behandelt, das verformte Füsse hatte, weil es über mehrere Wochen hindurch stundenlang auf dem Sofa vor dem Tablet gesessen habe. Sie hat einen Eineinhalbjährigen erlebt, der wie aufgedreht im Kreis herumgelaufen sei und sich nur übers Smartphone habe beruhigen lassen. Das widerspreche dem natürlichen Entwicklungsplan des Kindes, der vorsehe, dass es sich «aktiv und mit allen Sinnen mit der Umwelt auseinandersetzt». Ihre Kollegin Stücheli-Herlach sagt: «Das Wow-es-hat-geklappt-Gesicht der Kleinkinder, dieses Leuchten in den Augen, wenn sie etwas selbständig geschafft haben, ist immer wieder beeindruckend und berührend.»

An sich, so meinen Forschende, müssten die Erwachsenen erzogen werden.

«Eltern sind Vorbilder. Kleine Kinder lernen am Modell»

Eine der «Erziehungsmethoden»: «Go offline». So heisst die Kampagne der Ustermer Schulen und der Gemeinde, bei der sich Eltern verpflichten, Kindern bis vier keine digitalen Geräte vorzusetzen. Ebenso sollen Primarschüler keine eigenen Smartphones und Tablets haben. Es ist die Hoffnung auf die Wirkung durch Massen: Wenn die Nachbarskinder und die Mitschüler kein Telefon besitzen, wird es auch das eigene Kind nicht haben wollen.

«Die Erkenntnis, dass digitale Geräte Kinder der Gespräche, des Augenkontakts und der sozialen Interaktionen berauben, kommt langsam an», sagt Katharina Müller-Weber und verweist auf Daten des Marie-Meierhofer-Instituts für das Kind. Danach sieht ein Viertel aller Eltern den Umgang mit digitalen Medien als problematisch an. Mütter und Väter seien bereit für Veränderung, meint Müller-Weber. Sie ist es, die in die Schulen geht, die Eltern über das Für und Wider digitaler Geräte informiert, sagt, dass es okay sei, das Kleinkind mit dem Grossmami weit weg telefonieren zu lassen, aber schädlich, das Kind allein vor dem Gerät zu parkieren.

Sie sieht, dass manche Eltern aus Hilflosigkeit zum Smartphone griffen, dass sie nicht recht wüssten, wie sie ihren Nachwuchs sonst beschäftigen könnten. Sie empfiehlt gern Websites mit Anregungen in mehreren Sprachen und sagt, manche Mütter und Väter seien dankbar dafür. «Früher habe ich mit Eltern von Vierjährigen über digitale Medien gesprochen, heute mache ich das bei Eltern, deren Kinder gerade erst zwei Monate alt sind.»

Aus den Studien und den Gesprächen mit Medizinern wird deutlich: Digitale Medien wirken oft wie ein Pflaster: Sie decken ab, beruhigen, überbrücken. Ein Pflaster aber schützt lediglich im Moment, es heilt nicht. Die erhofften Atempausen für die Eltern nehmen den Kindern die Geduld, nehmen Routine und Langsamkeit. Letztlich das, was die Kleinen auch einfordern. Es ist der Raum, in dem sie lernen.

Manche Kinder können heute früher wischen als sprechen, können früher klicken als zeigen. Das berichten Psychologen, Hebammen, Kinderärzte, Erzieherinnen fast unisono. Es ist letztlich gar nicht die Frage, ob der Bildschirm gut ist oder schlecht. Er ist in der Welt. Es geht vor allem darum, wann er benutzt wird und wie, mit wem, wie lange, wofür.

Die WHO rät bis zu einem Alter von zwei Jahren von jeglicher Bildschirmzeit ab. Bis zu einem Alter von fünf Jahren empfiehlt sie maximal eine Stunde Bildschirmzeit pro Tag, «begleitet und klar strukturiert». Die Mediziner der Universität Witten/Herdecke sprechen sich mit ihrer Kampagne für ein «Bildschirmfrei bis drei» aus. In Uster sollen Kinder am besten bis vier ohne digitale Medien auskommen. Eine Utopie?

«Eltern sind Vorbilder. Kleine Kinder lernen am Modell. Wenn Eltern Mails beantworten und Posts lesen, während ihre Kleinen schlafen, und ihr Telefon vom Esstisch verbannen, wäre schon sehr viel gewonnen», sagt der Psychotherapeut Paulus, bereits auf dem Weg zur nächsten Beratung in seiner Kinder- und Jugendsprechstunde.

https://www.nzz.ch/wissenschaft/mehr-spielzeit-fuer-alle-welche-gefahren-forschende-und-mediziner-in-der-bildschirmzeit-der-allerkleinsten-sehen-ld.1915733


Atlantico, January 14     

Nouveau service militaire : de Netflix au treillis, la génération Alpha sous les drapeaux

Facilement « saoulée » par les contraintes et la hiérarchie, la « Gen Z » rendait déjà dingue les managers d’entreprise. Bon courage aux adjudants devant accueillir les premiers conscrits de la « génération Alpha »…

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Je tombe sur un papier marrant (voire un poil flippant, ça dépend des points de vue) du Figaro qui raconte que, dans les entreprises, les managers ont de plus en plus de difficulté à gérer les « zoomers » délicats de la fameuse « Génération Z ».

C’est que pour ces jeunes nés après 1990, élevés en « enfants rois » dans un monde sans mauvaises notes qui découragent ni contraintes qui rendent neurasthénique, se plier aux usages et aux exigences de la hiérarchie serait devenu insupportable — « critiques et reproches » étant désormais vécus comme autant « d’attaques personnelles » et d’obstacles à l’épanouissement.

Notoirement « susceptibles », facilement « saoulés », ils forceraient la chefferie à constamment « prendre des pincettes » histoire de ne pas heurter leur extrême sensibilité. C’est d’ailleurs ce que confirme une étude de l’Institut Montaigne sur le rapport des jeunes au travail, évoquant « un décalage significatif entre leurs attentes et la réalité des emplois qu’ils occupent » doublé d’un « refus du stress » conduisant souvent à un « choc du réel » et au « quiet quitting » (une sorte de grève du zèle silencieuse à l’échelon individuel).

18% des « Gen Z » appartiendraient ainsi à la catégorie des « frustrés démotivés », 20% à celle des « fatalistes », pour 10% de « contestataires » et 20% de carrément « rebelles ». Enfin, heureusement toujours présents mais minoritaires, les « satisfaits » fermeraient la marche à 32%.

Aux adjudants et autres sergents-chefs se préparant à accueillir la première vague de conscrits du « nouveau service militaire », dont la campagne de recrutement inaugurale vient d’être lancée par Catherine Vautrin, on souhaite d’ailleurs courage et zénitude : la « génération Alpha » (post 2010), façonnée par le covid et biberonnée aux séries Netflix et aux réseaux sociaux, pourrait bien leur donner davantage de fil à retordre que la cohorte précédente n’en donnait déjà à leurs homologues civils question acceptation de la « violence symbolique » managériale. Mais bon, pour le coup, à la guerre comme à la guerre…

https://atlantico.fr/article/rdv/nouveau-service-militaire-de-netflix-au-treillis-la-generation-alpha-sous-les-drapeaux-hugues-serraf


L’Express, January 8           

“Voici comment votre ado peut déjouer les pièges des fake news”: les conseils du neuroscientifique Grégoire Borst

Sciences. Les adolescents sont des cibles faciles pour la désinformation sur Internet. Le neuroscientifique Grégoire Borst partage ses conseils pour les aider à faire le tri entre les vraies et les fausses nouvelles.

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Les adolescents sont des cibles faciles pour la désinformation sur Internet. Le neuroscientifique Grégoire Borst partage ses conseils pour les aider à faire le tri entre les vraies et les fausses nouvelles.

Les alertes n’y changent rien. Ces derniers jours, plusieurs enquêtes sont venues confirmer ce que les parents constatent tous les jours : les ados restent toujours aussi accros à leurs écrans en général, et à leurs réseaux sociaux en particulier. Ainsi, 99 % des 11-17 ans utilisent au moins une plateforme en ligne, selon une récente enquête de l’Arcom, le gendarme de l’audiovisuel et du numérique. L’âge d’accès aux réseaux sociaux devient même de plus en plus précoce : malgré l’interdiction de les utiliser avant 13 ans, 22 % des enfants de 11 ans indiquent avoir eu recours pour la première fois aux réseaux sociaux avant leur dixième anniversaire, contre 4 % des jeunes âgés aujourd’hui de 17 ans, toujours selon l’Arcom. Signe d’une indéniable accélération du phénomène.

A défaut de réussir à faire respecter les interdictions, ne pourrait-on pas plutôt aider les jeunes à développer leur esprit critique face aux fausses informations qui circulent sur ces plateformes? C’est tout l’objet du travail du neuroscientifique Grégoire Borst, directeur du Laboratoire de psychologie du développement et de l’éducation de l’enfant (LaPsyDé). La clef : aider les adolescents à comprendre leurs biais cognitifs, pour mieux déjouer les pièges. Il nous livre ici ses conseils. Entretien.

L’Express : Vous avez publié récemment une étude unique en son genre sur les capacités des adolescents à distinguer les vraies des fausses informations. Que faut-il en retenir?

Grégoire Borst : Les jeunes comprennent bien ce qu’il se passe sur les réseaux sociaux, la façon dont ces plateformes fonctionnent, les risques qu’ils encourent à être exposés à des fake news. Mais au-delà de cela, leur capacité à discerner le vrai du faux varie beaucoup en fonction de l’âge. En sixième, globalement, ils n’y arrivent pas. Puis progressivement, cette compétence se met en place, tout en restant toutefois assez limitée, y compris en fin de collège. Mais à leur décharge, les adultes ne sont pas très bons à cet exercice non plus.

Notre travail était le premier à mesurer de façon objective ces évolutions. Nous avons présenté à 432 jeunes âgés de 11 à 14 ans différentes informations vraies ou fausses, dans des domaines où ils avaient des connaissances préalables. Ils devaient évaluer ces informations sur une échelle de 1 à 4 en fonction de leur véracité. Nous avons montré que c’est seulement à partir de la cinquième qu’ils commencent à faire la distinction. Cette capacité est en partie liée au développement d’un mode de pensée plus analytique. Plutôt que de s’en remettre à une intuition de véracité, ils réfléchissent davantage à l’information qui leur est présentée : est-ce qu’elle est plausible? Est-ce qu’elle leur rappelle d’autres connaissances?

Peut-on les aider à développer davantage ces compétences?

Un angle mort de l’éducation aux médias et à l’information porte sur les caractéristiques du cerveau récepteur de l’information. Aujourd’hui, les formations proposées à l’école insistent surtout sur la nécessité de faire attention aux sources, aux auteurs ou au type de document auquel les jeunes sont exposés. Mais on n’explique jamais aux jeunes que nos cerveaux présentent des failles dans leur façon de raisonner, qui peuvent nous amener à penser qu’une information est vraie alors qu’elle est fausse.

Nous avons publié tout récemment une autre étude montrant qu’avec deux interventions en classe, de 30 minutes chacune, structurées autour du fonctionnement du cerveau et de ses biais, les élèves, notamment en 5e, prennent de meilleures décisions à propos de la véracité ou non d’une information. L’effet ne dure toutefois que quelques semaines, mais nous pensons que c’est à cause de la très courte durée de ces interventions. Nous sommes en train de tester des protocoles plus longs.

A propos de quels biais les alertez-vous?

Nous leur montrons que notre cerveau peut parfois fonctionner en mode automatique : nous avons tous des biais partisans bien ancrés – ce que nous aimons, ce que nous détestons, ce en quoi nous croyons, nos polarisations politiques. Plus une information est cohérente avec ce système de valeurs et de croyances qui nous est propre, plus on va avoir tendance à considérer cette information comme vraie, sans vraiment y réfléchir. C’est ce que l’on appelle un biais de confirmation, qui nous pousse aussi à négliger les informations qui nous paraissent contradictoires avec nos idées préconçues. D’ailleurs, si une information est en opposition avec nos opinions, nous aurons plus de mal à la croire. Et, bien sûr, si une information attire notre curiosité parce qu’elle est sensationnaliste, parce qu’elle a un très fort contenu émotionnel, nous penserons plus facilement qu’elle est avérée. C’est une façon assez simple de faire de la manipulation.

Nous leur parlons aussi du biais d’autorité : si quelqu’un se présente comme expert, par exemple en endossant une blouse blanche, cela peut influencer la perception sur ce qu’il dit. Nous abordons enfin le rôle de l’influence sociale, à laquelle sont particulièrement sensibles les ados : si des amis leur transmettent une information, ils auront beaucoup plus tendance à considérer qu’elle est avérée.

Le simple fait d’expliquer ces différentes notions à un adolescent l’encourage à prendre le temps de la réflexion avant de juger de la véracité d’une information. Il s’agit probablement là d’un axe potentiel d’amélioration de leurs capacités de jugement.

Comment fait-on, dans le même temps, pour éviter qu’à l’inverse ils ne remettent tout en cause?

C’est une question qui a émergé de nos études sur les collégiens. En 4e et en 3e, notre intervention a pu dans certains cas produire des effets indésirables : nous nous sommes rendu compte qu’effectivement, ils devenaient un peu plus sceptiques, y compris vis-à-vis des vraies informations. D’autres groupes de recherche ont observé ce phénomène également. C’est problématique car cela peut paradoxalement conduire à adhérer à des théories loufoques voire conspirationnistes. Il semblerait que cette “externalité négative” puisse être combattue en les aidant à identifier les vraies informations, plutôt qu’en misant tout sur la lutte contre la désinformation. C’est un point important car malgré tout, les vraies informations sont beaucoup plus nombreuses que les fausses, y compris sur les réseaux sociaux.

Il faut donc à la fois développer leur sens critique, tout en mettant en place un certain nombre de garde-fous, notamment en rappelant que le travail des journalistes est justement de diffuser une information vérifiée. Travailler sur la confiance dans les médias est un enjeu essentiel de ce point de vue.

Comment faire?

Nous nous sommes aperçus que les jeunes connaissaient assez peu les médias de référence : ils font mal la distinction entre les publications fiables et les autres, surtout au collège. Il faut leur faire comprendre que certains médias ont des process de vérification de l’information éprouvés, et d’autres pas. Or tout cela est peu enseigné, sauf pendant la semaine de la presse. A l’évidence, cela ne suffit pas. Aujourd’hui, les adolescents vont assez peu voir les sites d’information, à l’exception peut-être d’HugoDécrypt.

Quels autres conseils pouvez-vous donner aux parents?

Ils peuvent expliquer comment eux-mêmes s’informent, pourquoi ils font confiance à tels ou tels médias. Ils peuvent aussi inciter leurs enfants à s’abonner à des journaux grand public, pour maximiser les chances que les informations poussées par les algorithmes émanent de sources fiables. Pour les plus jeunes, quand on en a les moyens, un abonnement à Mon quotidien ou Le Petit Quotidien est une façon aussi de s’acculturer à la lecture de la presse.

Et puis, on peut aussi dire aux ados qu’ils doivent se faire confiance : notre cerveau est capable de détecter, même de façon un peu implicite, quelque chose qui “cloche” dans une information. Si un point leur paraît étrange, ils peuvent aller vérifier, par exemple en regardant sur des sites de grands médias si l’information a été reprise, et donc préalablement contrôlée par des journalistes. Ou se renseigner si une personne se présente comme spécialiste d’un sujet : a-t-elle vraiment une expertise dans ce domaine, ou est-ce quelqu’un qui, en réalité, n’y connaît pas grand-chose? Le tout en leur rappelant que l’immense majorité des informations qui leur sont présentées, notamment dans les médias reconnus, sont vraies, afin d’éviter l’excès de scepticisme.

Est-ce quel’intelligence artificielle, avec les grands modèles de langage comme ChatGpt, changent la donne? Comment les aider à prendre du recul par rapport à ces outils qui peuvent comporter beaucoup d’erreurs?

Plus vous avez de connaissances, notamment celles apprises à l’école, plus vous pouvez exercer un sens critique important par rapport aux informations auxquelles vous êtes exposé. C’est pourquoi, même si les IA génératives bousculent notre système informationnel, il faut d’abord commencer par rappeler aux adolescents qu’ils ont besoin d’apprendre, et notamment qu’ils ont besoin des apprentissages apportés par l’école.

Ensuite, il faut leur expliquer comment fonctionnent ces IA. Ce ne sont pas des moteurs de recherche comme Google, cela n’a rien à voir. ChatGPT et les outils similaires utilisent un système de probabilité d’association entre des mots en fonction d’une requête. Cela montre bien leurs limites, puisqu’elles peuvent produire des contresens absolus. Les réponses produites par ces LLM n’ont pas de caractère véridique : elles peuvent représenter une base de départ, mais il est impératif d’aller les vérifier.

La dernière enquête publiée par l’Arcom montre toutefois que les jeunes sont beaucoup moins naïfs qu’on ne le pense face aux outils numériques. Ils ont conscience des risques et, de façon générale, ils font attention aux menaces les plus importantes – cyberharcèlement, cybercriminalité, etc. C’est plutôt rassurant. A nous maintenant de mettre en place les outils pour les aider davantage face à la désinformation et à l’hyperconnexion.

https://www.lexpress.fr/sciences-sante/voici-comment-les-ados-peuvent-dejouer-les-pieges-des-fake-news-les-conseils-du-neuroscientifique-IR4CCACEBVG6XKWCIQ55OFY6P4/


Le Monde, January 7     

« Non, les cotisations retraite obligatoires ne financent pas votre future retraite » : la fiche de paie mal comprise par les jeunes

Selon une étude du think tank Club Landoy, si 74 % des salariés consultent chaque mois leur fiche de paie, seuls 13 % comprennent l’ensemble des lignes qu’elle contient. Les 18-24 ans sont les plus à la peine.

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Cela fait longtemps que Tina, 27 ans, et Hamza, 28 ans, n’avaient pas joué aux Lego. Cet après-midi automnal, dans un coin de la halle de la Communale, à Saint-Ouen (Seine-Saint-Denis), les deux amis empilent les fameuses petites briques pour construire une « tour de paie ». Chaque étage coloré, plus ou moins haut, représente une ligne de leur fiche de paie, ainsi représentée en volume : au-dessus du salaire net (le socle de la tour) viennent s’ajouter en jaune les cotisations vieillesse, en vert celles de santé, en bleu la contribution sociale généralisée, en gris l’impôt sur le revenu, etc. « L’ensemble représente… le salaire brut », croit comprendre Tina, qui travaille depuis deux ans dans une entreprise de restauration.

Elle est venue ici pour « approfondir la compréhension de [son] bulletin de salaire, qui est assez complexe », dit-elle durant l’atelier. Celui-ci a été organisé, le 20 novembre 2025, dans le cadre de l’événement « T’as vu ton net ? » du Club Landoy, un think tank et collectif d’entreprises qui travaillent sur les enjeux liés au vieillissement.L’objectif est d’apprendre à « décoder sa fiche de paie pour mieux préparer son avenir », expliquent des panneaux à l’entrée. Et ça marche. « Je sous-estimais complètement la place de la vieillesse dans le bulletin de salaire, qui représente en fait la plus grande part des cotisations. Et je surestimais le poids de l’impôt sur le revenu… », raconte Hamza, salarié chez un grand assureur. « En fait, la majorité des droits sociaux sont cofinancés par l’employeur… », s’étonne aussi l’un de leurs voisins de tablée.

D’incompréhensions sur les cotisations et le fonctionnement du modèle social français, il est aussi question dans un grand quiz organisé avec tous les participants. « La ligne CRDS sur votre fiche est dédiée au remboursement de la dette publique »,explique l’animateur après une question. « Non, les cotisations retraite obligatoires ne financent pas votre future retraite, mais celle des retraités actuels »,corrige-t-il encore un peu plus tard. La précision mérite d’être donnée : les deux tiers des 18-24 ans (et un tiers de la population générale) font cette erreur magistrale sur le système par répartition, selon une enquête du Club Landoy parue en septembre 2025. Celle-ci montrait que si 74 % des salariés consultent chaque mois leur fiche de paie, ils ne sont que 13 % à comprendre l’ensemble des lignes qu’elle contient.

« Anticiper financièrement »

« Avec 24 millions de Français concernés, la fiche de paie est le mensuel le plus lu de France, et le moins bien compris ! »,commente Sibylle Le Maire, fondatrice du Club Landoy et directrice déléguée du groupe Bayard. Cela constitue un problème selon elle, dans la mesure où cette fiche de paie rend compte, « à travers ses lignes souvent obscures qui se sont accumulées au fil du temps, du fonctionnement du modèle social français ». Mais aussi des questions sur sa pérennité « au regard des évolutions démographiques et du vieillissement de la population ».

L’événement vise donc à rappeler la nécessité de « faire plus d’éducation financière autour de la fiche de paie en France », explique-t-elle. Mais il s’agit surtout de « donner à voir aux participants ce qui n’est pas couvert par la fiche de paie » pour qu’ils pensent à « anticiper financièrement » les questions de vieillesse. Autrement dit, comprend-on entre les lignes : à commencer à s’intéresser aux solutions d’épargne-retraite, assurance-vie et autres prévoyances présentées l’après-midi dans d’autres ateliers par des acteurs du secteur (Agirc-Arrco, Axa, Natixis, AG2R La Mondiale…).

Justine, une participante de 28 ans, n’est pas dupe des divers objectifs de l’événement. « C’est fou qu’il faille venir ici pour essayer de mieux comprendre ma fiche de paie », raconte cette salariée dans la tech, après avoir participé à un atelier sur l’imposition organisé par la direction générale des finances publiques. Elle dit regretter aussi le manque d’éducation financière et fiscale en France. Et s’interroge : « J’ai fait des études, mes parents sont CSP+, ils m’ont transmis des notions, mais je ne maîtrise quand même pas ma fiche de paie. J’imagine ce qu’il en est pour des personnes moins favorisées… »

https://www.lemonde.fr/campus/article/2026/01/07/non-les-cotisations-retraite-obligatoires-ne-financent-pas-votre-future-retraite-la-fiche-de-paie-mal-comprise-par-les-jeunes_6660831_4401467.html


Le Point, January 6    

Sarah, 12 ans et prostituée : enquête sur l’inquiétante explosion du proxénétisme des mineurs

L’ENQUÊTE DU DIMANCHE. Elles ont entre 12 et 17 ans et sont contraintes de se prostituer partout en France. Des milliers d’adolescentes vulnérables sont exploitées sexuellement. Les proxénètes sont eux aussi de plus en plus jeunes. Un phénomène que les autorités peinent à endiguer.

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C’est une photo qui hante encore ceux qui ont suivi l’affaire. Celle d’une enfant de 12 ans, en pyjama Lilo et Stitch, l’air à peine sorti d’une école primaire. Cette enfant, que nous appellerons Sarah*, a été victime de proxénètes âgés de quelques années de plus qu’elle, et mineurs eux aussi. L’âge de Sarah « était conforme à son apparence physique et à sa morphologie », peut-on lire dans la feuille de motivation de la cour d’assises des mineurs de Seine-Saint-Denis qui a jugé cette affaire au printemps. Impossible de se tromper, cette enfant ne pouvait pas passer pour une jeune femme majeure.

Sarah n’allait pas bien en cette rentrée 2022. Sa mère avait un nouveau compagnon, une situation qu’elle vivait mal. Elle avait déjà fait des fugues. Mais cette fois-là, le 9 septembre, ce sont les deux adolescents de 17 ans qui sont venus, en accord avec elle, la chercher à la sortie du collège.

Un proxénète considéré « comme un grand frère »

Une fille et un garçon, en couple, Marwan* et Sophia*, la cousine d’une connaissance, à qui elle avait fait part de son mal-être. À peine récupérée, le jour même, Sarah est mise au pied du mur, contrainte de faire des passes avec des clients, avant de nombreux autres rendez-vous, dans des voitures ou des logements loués pour l’occasion. Sans contraceptif. Avec ou sans préservatif. Parfois sous protoxyde d’azote. Dans toute l’Île-de-France et plus particulièrement à Bondy et Bobigny. Jusqu’à 20 clients en une journée.

Marwan et Sophia, ainsi qu’une autre jeune fille, organisaient sa prostitution. Ils la conduisaient aux rendez-vous, réservaient les chambres, mettaient en ligne les annonces, géraient les réservations. Ils assuraient sa « sécurité », jusqu’à se cacher dans la salle de bains pendant les passes.

Sarah a affirmé aux enquêteurs qu’elle s’était prostituée toute seule et qu’elle donnait la moitié de ses gains à Sophia « parce qu’elle la considérait comme “sa famille” ». Elle voyait Marwan comme un « grand frère ».

Un phénomène d’une telle expansion qu’il confine aujourd’hui à la banalisation, autant de la part des auteurs proxénètes que des victimes.

Cour d’assises des mineurs de Bobigny

Sarah est malheureusement une adolescente parmi beaucoup d’autres, de plus en plus nombreuses sur tout le territoire, en situation de vulnérabilité, amenées à se prostituer par des proxénètes de leur entourage ou rencontrés sur les réseaux sociaux.

Ces adolescentes, à peine sorties de l’enfance, vendent leur corps à l’âge d’être encore assises sur les bancs de l’école. C’est un fléau qui croît, sur lequel alertent toutes les autorités, policières, judiciaires, associatives ou encore l’aide sociale à l’enfance.

La prostitution des mineurs, un phénomène « exponentiel »

La cour d’assises en a tenu compte en condamnant Sophia et Marwan à respectivement 5 ans de prison (peine assortie d’un sursis probatoire de 21 mois pendant 3 ans) et 4,5 ans de prison (peine assortie d’un sursis probatoire de 12 mois pendant 2 ans). Le parquet a fait appel du verdict.

Dans la feuille de motivation que Le Point a consultée, il est écrit : « Dans l’appréhension de la peine, la cour entend tenir compte que l’exploitation sexuelle des mineurs est un phénomène d’une telle expansion qu’il confine aujourd’hui à la banalisation, autant de la part des auteurs proxénètes que des victimes. »

Selon les associations, il y a aujourd’hui 15 000 mineures prostituées en France mais les services de police pensent qu’elles sont plus nombreuses car toutes les situations ne sont pas détectées.

Plus de la moitié des enquêtes pour proxénétisme en 2024 concernent ce phénomène dit « de proximité », dans lesquelles 44 % des victimes sont mineures, des Françaises exploitées par des Français, indique Lénaïg Le Bail, cheffe de l’OCRTEH, Office central pour la répression de la traite des êtres humains.

« C’est exponentiel, on l’a énormément senti cette année », nous confient deux magistrates du tribunal de Bobigny, en Seine-Saint-Denis, département le plus touché et dans lequel sont aussi amenées des adolescentes d’autres départements, ces dernières représentant environ 40 % des victimes.

Alexandra Baranger, juge des enfants et référente pour la lutte contre la prostitution des mineurs sur ce ressort et sa collègue Émilie Petrovski, cheffe de la Difaje (Division de la famille et de la jeunesse au parquet) estiment qu’elles vont dépasser les 200 signalements cette année, contre 95 en 2019, et 121 l’an dernier.

« Rien que cette semaine, détaille la cheffe de la Difaje lors de notre rencontre au mois de novembre, nous avons eu l’interpellation de sept individus majeurs pour proxénétisme aggravé sur deux mineures. Nous avons eu deux autres affaires similaires de nuit. À cela s’ajoute une opération qui était prévue avec les services d’enquête au terme de laquelle un mineur et deux majeurs ont été présentés à un magistrat. »

Des victimes et des proxénètes de plus en plus jeunes

Ce phénomène de délinquance atteint un tel niveau que le parquet de Bobigny a dû ajouter un référent de plus aux trois magistrats affectés et créer une permanence proxénétisme des mineurs.

Nos deux interlocutrices déplorent un nombre insuffisant d’enquêteurs dédiés et formés pour faire face : « Cette pénurie a pour conséquence directe l’accumulation de procédures non traitées. »

Comme les policiers spécialisés et les associations, les magistrates constatent un inquiétant rajeunissement des victimes mais aussi des proxénètes, qui sont désormais parfois mineurs eux aussi, précise Émilie Petrovski : « L’âge moyen des mineures prostituées est aujourd’hui de 15 ans et 4 mois, avec un âge minimal constaté de 11 ans et 9 mois. Dans les signalements, 35 % des victimes mineures ont moins de 15 ans. Avant 2023, on était à 27 %. »

Difficile d’expliquer cette dérive, une conjonction de facteurs est en cause, nous dit Alexandra Baranger : « L’accès aux réseaux est facilité, il sert à recruter des victimes ou à la mise en contact avec les clients. Nous observons par ailleurs que certains individus, impliqués dans le trafic de stupéfiants aux plus bas niveaux, guetteurs, charbonneurs, bifurquent de plus en plus sur le proxénétisme parce qu’ils l’estiment moins dangereux, présentant moins de risque d’interpellation et qu’il ne demande pas d’investissement financier conséquent puisqu’il suffit de louer des AirBnb, de mettre une annonce et d’enrôler des victimes qu’ils trouvent à foison, malheureusement. Des victimes souvent en situation de vulnérabilité particulière, ayant subi dans leur enfance des violences physiques, psychologiques ou sexuelles. »

L’emprise se met parfois en place sans violence, souvent avec un membre de leur entourage, un « petit ami », ce qu’on appelle le « lover boy », qui va séduire la jeune fille, exploiter sa fragilité, répondre à ses besoins pour faire naître une dépendance émotionnelle et ensuite l’amener à se prostituer.

« Certains sont de réels prédateurs », remarque Alexandra Baranger. « Là-dessus peuvent se greffer une dépendance économique et une addiction à la drogue que les proxénètes les enjoignent à consommer et dont elles ne peuvent ensuite plus se passer pour supporter de continuer à vendre leur corps. »

Le terrible engrenage dans lequel a sombré Sihem, 15 ans

Sihem* a été happée à l’âge de 15 ans. Placée en foyer, déscolarisée, elle était celle « qu’on utilisait parce qu’[elle] étai[t] trop gentille, on [lui] volait [s]es vêtements, [s]on argent de poche. Les gens profitaient d’[elle] parce qu’[elle] n’étai[t] pas entourée », confie-t-elle.

Je me suis dit que j’allais le faire très peu de temps, le temps de gagner ma liberté mais ça ne s’est pas passé comme ça.

Sihem, victime de proxénétisme

Une adolescente de son foyer lui fait rencontrer celui qui l’entraîne dans la spirale infernale, un homme de 23-24 ans : « Au moment du Covid, c’était ma seule échappatoire. J’ai fait une grosse dépression et je me suis enfuie. Il m’a aidée à ce moment-là. Il m’a mise en contact avec une fille qui pouvait m’héberger. C’était mon seul moyen d’avoir une autonomie. Au début il ne s’est rien passé, elle m’a logée à Paris. Et un jour, elle m’a dit qu’elle se prostituait et lui m’a annoncé qu’il fallait que je participe financièrement pour qu’elle continue à m’héberger. À 16 ans, c’est difficile de trouver un travail. Il m’a dit “tu sais quoi faire”, il m’a mis la pression. Je me suis dit que j’allais le faire très peu de temps, le temps de gagner ma liberté mais ça ne s’est pas passé comme ça. »

Petit à petit, Sihem subit une vingtaine de clients par jour. Elle est séquestrée, n’a plus accès à son téléphone. Ballottée d’une adresse à l’autre pendant un an, c’est un client qui l’aide à partir. « J’ai décidé de continuer les passes sous sa protection le temps de m’en sortir mais ils m’ont retrouvée au bout d’une dizaine de jours. Ils m’ont frappée et m’ont ramenée avec eux. »

Elle réussit à se sauver à nouveau, rentre chez sa mère mais par peur qu’ils ne s’en prennent à elle, elle s’enfuit, fait des passes seules pendant quelque temps. Elle se fait agresser puis rencontre une fille qui se prostitue à Lille. Elle rejoint cette adolescente et son petit ami. Et se prostitue à nouveau.

« Le point primordial pour arriver à sortir une victime de l’exploitation sexuelle, c’est de mettre à l’écart les auteurs, les proxénètes, pour éviter qu’ils n’intimident la mineure ou la récupèrent », souligne la cheffe de la Difaje.

Des « tests sexuels » par le proxénète sur la victime

Selon une note du renseignement criminel consultée par Le Point, « des violences sont quasi systématiquement rapportées par les victimes, qu’elles soient physiques, psychologiques ou sexuelles ».

Le document rapporte également l’existence de séquestrations, de « tests sexuels » où un proxénète viole la victime avant de la prostituer. Ces proxénètes « font du business », souligne Christophe Molmy, chef de la Brigade de protection des mineurs de la police judiciaire parisienne. « Les cas où ils forcent physiquement les filles ne sont pas la majorité. Souvent, c’est un accord de gré à gré, avec des individus de leur entourage, ami, petit ami. Il arrive aussi que les adolescentes soient “chassées” sur les réseaux par des individus qui leur disent qu’ils s’occuperont de tout, qu’ils assureront leur sécurité. Ils leur proposent des sortes de “packs”, avec mise en ligne des annonces, transport, location de chambre et leur disent qu’ils feront 50-50. Mais, même dans ces cas, cela reste de l’exploitation sexuelle par les clients. »

Nous constatons chez les auteurs une difficulté à prendre conscience de la gravité des faits qui leur sont reprochés.

Lénaïg Le Bail, cheffe de l’OCRTEH

Des auteurs qui sont majoritairement des hommes, à l’exception de quelques jeunes filles qui deviennent proxénètes ou recruteuses après avoir été elles-mêmes prostituées, comme le souligne Lénaïg Le Bail, cheffe de l’OCRTEH : « Nous constatons chez les auteurs une difficulté à prendre conscience de la gravité des faits qui leur sont reprochés. Ils disent qu’ils sont dans l’entraide, pas dans l’exploitation. Ce sont souvent des jeunes majeurs, parfois des mineurs, majoritairement déjà connus pour de la délinquance de voie publique et de plus en plus pour du trafic de stupéfiants, en bas de la hiérarchie. Dans ce que nous appelons le “proxénétisme de proximité”, nous avons affaire à de petites structures criminelles, moins de cinq impliqués en général, avec des équipes à tiroirs qui se refilent les “plans”, ce qui complique leur démantèlement. Ils peuvent aussi pratiquer le « sex tour », qui consiste à déplacer régulièrement la victime de ville en ville. »

Sophia, la proxénète de Sarah, venait d’une famille « déstructurée et chaotique », elle avait subi « des violences extrêmement graves et récurrentes de la part de son frère aîné ». La cour a constaté que l’adolescente « ne [savait] pas interagir avec l’autre autrement que sur un modèle dominant/dominé dans lequel elle a grandi [et présente un] mode relationnel de type pervers ».

Le psychologue qui l’a expertisée pendant l’enquête a relevé qu’elle n’exprimait aucun regret, ne ressentait aucune culpabilité et disait mépriser sa victime.

La prostitution s’est « ubérisée »

En une décennie, cette prostitution a décuplé. Internet l’a énormément facilitée en la rendant beaucoup plus accessible. Christophe Molmy évoque également l’impact d’une société hypersexualisée et d’une ère de la marchandisation du corps.

Selon le renseignement criminel, la recherche des clients se fait sur des sites pratiquant officiellement l’escorting, mais aussi via des sites de chat en ligne, des applications de rencontres ou directement sur les réseaux sociaux.

« Tout a basculé à partir du milieu des années 2010, souligne le policier. Le fonctionnement de la prostitution s’est ubérisé, la consommation aussi. Tout passe par Internet, un client a accès à une fille en un clic. Plus besoin de bouger, elle peut même venir chez vous. C’est devenu une consommation comme une autre. Sur certains sites, des clients mettent des avis comme en sortant d’un resto. Certaines adolescentes ne se considèrent pas comme des prostituées. Elles disent qu’elles sont “escortes”. Ça n’a l’air de rien mais ça a changé le regard des filles et des clients sur la prostitution, ça l’a en quelque sorte “glamourisé”. Certaines mineures – pas toutes – ont l’impression de gagner leur vie, de la maîtriser, de “réussir”. Ajoutez à cela l’exposition de plus en plus jeune à du contenu pornographique qui les désensibilise dans leur rapport au corps. »

Internet est devenu l’équivalent de la rue, du trottoir. Et le culte de l’argent est dévastateur.

Lucile Rozanes, présidente de l’association EACP

Lucile Rozanes, présidente de l’association Équipes d’action contre le proxénétisme (EACP) qui vient en aide à ces mineures sur le plan social, humain et judiciaire, constate aussi les ravages de la « glamourisation » de la prostitution et de son invisibilisation : « Internet est devenu l’équivalent de la rue, du trottoir. Et le culte de l’argent est dévastateur. C’est d’ailleurs parfois par ce biais-là que les filles sont attirées via les réseaux sociaux, par des individus qui leur proposent de gagner de l’argent “facilement”. Une fois piégées, ces jeunes filles très vulnérables se retrouvent droguées, parfois séquestrées et sous l’emprise psychologique de leur exploiteur. » De fait, selon le renseignement criminel, le recrutement a été constaté via une ribambelle d’applications.

Pour le chef de la BPM, le phénomène n’est pas linéaire. Il constate que certaines adolescentes sont sous la coupe de proxénètes, que d’autres se prostituent seules, qu’elles passent parfois d’une situation à l’autre, le tout étant très mouvant, mais que, finalement, elles sont sous l’emprise d’un phénomène sociétal. « Il y a de 15 000 à 20 000 prostituées mineures en France. À la BPM l’an dernier, nous avons traité une centaine d’affaires avec des proxénètes. S’ils étaient omniprésents, nous aurions des milliers d’affaires. »

Une affirmation que contestent les magistrates de Bobigny pour qui les mineures victimes se prostituent très rarement seules : « C’est un phénomène qu’on nomme mal “prostitution des mineurs” car il s’agit d’exploitation sexuelle, qui est toujours une violence sexuelle », explique la juge Alexandra Baranger.

Émilie Petrovski, cheffe de la Difaje en Seine-Saint-Denis, ajoute : « Certaines vont avoir le sentiment de se sentir indépendantes, comme en maîtrise de leur corps, mais elles sont finalement rapidement en contact avec des proxénètes parce qu’elles n’ont pas les moyens de se prostituer seules. Elles n’ont pas d’argent pour louer une chambre, payer les annonces sur les réseaux, ni de moyens de transport pour aller aux rendez-vous. »

Un point de vue partagé par Me Inès Davau, avocate au barreau de Paris, qui intervient aux côtés de l’association EACP et de la Voix de l’enfant : « Une mineure seule, c’est très rare, il faut gérer les annonces, caler les rendez-vous, etc. Elles peuvent avoir l’impression d’être volontaires mais la question du consentement ne se pose pas, et d’ailleurs n’a pas d’incidence sur la caractérisation de l’infraction de proxénétisme. La base légale, c’est qu’une mineure prostituée est en danger. »

Quels adultes cela donnera-t-il ? Nous n’avons pas la réponse, nous prenons le phénomène de plein fouet.

Christophe Molmy, chef de la BPM

À l’image de Sarah, qui a rejeté les aides psychologiques et éducatives après les faits, il est compliqué d’accompagner ces adolescentes, qui parfois filent entre les doigts des éducateurs. Certaines mineures ne se considèrent même pas comme des victimes, selon l’avocate : « Elles ont du mal à reconnaître l’emprise, elles sont parfois dans le déni, il y a une sorte de dissociation dans leur tête. Souvent, elles comprennent qu’elles sont victimes au moment du procès des proxénètes. Même le mot “prostituée”, elles ne l’entendent pas. »

Un positionnement qui peut compliquer la tâche des enquêteurs : « Nous en avons déjà vu qui disparaissent pendant la garde à vue, qui ne portent pas plainte contre le proxénète ou qui refusent de témoigner contre lui », indique Christophe Molmy. « Le problème prend sa source dans une génération de mineurs complètement perturbée, qui est sur un modèle social de survie, qu’ils soient du côté des proxénètes autant que des victimes. Quels adultes cela donnera-t-il ? Nous n’avons pas la réponse, nous prenons le phénomène de plein fouet. Une des clés passera par la prévention. »

Sihem n’a pas porté plainte contre son premier proxénète. Elle l’a fait pour le second, et a assisté au procès. Il a été condamné. « Me confronter à lui, c’était aussi une manière de le punir », explique-t-elle. Elle a pu entamer sa reconstruction avec l’aide de l’association EACP : « Je suis abîmée, j’ai des séquelles, sexuelles notamment, mais j’avance, je veux devenir policière. J’ai du mal dans la vie de tous les jours, dans la confiance aux autres, et dans la perception des hommes. Pour moi, ils sont tous déviants. J’ai croisé tout type d’hommes, certains de l’âge de mes grands-parents, d’autres avec des travers sexuels. Quand on a accepté plein de choses, la vie est noire. »

Les enquêteurs manquent de moyens pour identifier les clients

Un pan du problème de la prostitution des mineurs reste sous-traité : les clients. Les suites judiciaires se révèlent compliquées surtout quand les adolescentes ont plus de 15 ans – la majorité des cas – parce qu’ils peuvent avancer qu’ils ne pouvaient pas savoir qu’elles étaient mineures.

En dessous de 15 ans, la qualification de viol peut être retenue, il s’agit de pédocriminalité. S’il y a une volonté d’accroître l’identification des clients, les moyens d’enquête manquent pour accentuer leur traque, la priorité étant de mettre hors d’état de nuire les proxénètes. En revanche, les services de police et de justice ne constatent pas d’existence d’un « marché » spécialisé sur les mineures. En 2024, 230 personnes ont ainsi été poursuivies en justice, un chiffre en légère progression selon les autorités.

L’essor du « caming »

La cheffe de l’OCRTEH voit, elle, aujourd’hui poindre une autre menace, qui risque d’amplifier la bascule des mineures dans la prostitution : l’essor du « caming », qu’elle considère comme pouvant constituer une première marche vers la prostitution.

Il s’agit d’une diffusion en ligne en « one to one » de contenu sexuel sur des plateformes où le client commande une prestation qu’une jeune fille va réaliser derrière l’écran de son téléphone : « C’est une prestation pornographique à distance qui signe une première désacralisation du corps, une première marchandisation, qui peut faciliter la dérive vers la prostitution », insiste notre interlocutrice.

« Le problème est que le “caming” n’est actuellement pas considéré comme de la prostitution alors qu’il s’agit de prostitution virtuelle. Il y a une réflexion judiciaire à mener à ce sujet. »

* Le prénom a été modifié

https://www.lepoint.fr/societe/sarah-12-ans-et-prostituee-enquete-sur-linquietante-explosion-du-proxenetisme-des-mineurs-33APKK6BBVBMHPRDQ75JVWSMZY/


Atlantico, January 6   

Si vous ne savez pas ce que sont ces « brainrots » dont parlent sans cesse vos enfants, voilà quelques petites explications

« Brainrot », c’est le terme employé par beaucoup pour désigner le flot incessant de mèmes, de sons et de slogans chaotiques et omniprésents qui se propagent sur TikTok, Roblox, dans les jeux en ligne et jusque dans les cours de récréation.

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On peut citer en exemple le refrain répété à l’envi « six-seven », qui résonne encore dans les maisons et les écoles du pays, au grand dam (voire à l’agacement) de nombreux enseignants et parents.

Mais si vous avez déjà dit « Je reviens » en imitant Schwarzenegger ou demandé « C’est à moi que tu parles ? », vous avez déjà succombé à une forme de « brainrot ». L’instinct de répéter et de remixer des expressions issues de la culture qui nous entoure n’a rien de nouveau.

Ce qui a changé, c’est la source. Pour les jeunes qui grandissent dans un monde numérique, les moments cultes ne proviennent plus des films ou de la télévision, mais des montages TikTok, des streams Roblox, des mèmes de speedrun, des mods Minecraft et de l’humour effréné des jeux en ligne.

Entendre un enfant se mettre à chanter en boucle « Skibidi dop dop dop yes yes » (issu du phénomène Skibidi Toilet) ou répéter une réplique surréaliste d’un PNJ (personnage non-joueur) de Roblox peut sembler absurde aux adultes. Pour la jeune génération, ces fragments s’intègrent parfaitement à un humour rapide et riche en références. Les équivalents actuels sont plus rapides, plus complexes et souvent plus chaotiques, ce chaos faisant d’ailleurs partie intégrante de leur attrait.

Bien que l’expression « brainrot » soit souvent employée sciemment et avec une pointe d’ironie pour décrire ces expressions, le remixage et la répétition de fragments de médias ont toujours fait partie intégrante du lien social. Cela crée un code culturel partagé, un second langage fait de références, de rythmes et de sons qui soudent les groupes et transforment les moments du quotidien en occasions de rire et de créer des liens. À bien des égards, ce style de communication apporte de la légèreté et de la fantaisie dans un monde qui peut souvent paraître lent et morne en comparaison.

L’évolution du jeu

Le « brainrot » transforme la façon dont les enfants jouent en ligne. Nombre d’adultes ont grandi avec des jeux vidéo structurés. Dans Pokémon, Zelda ou Half-Life, il fallait accomplir des objectifs, des quêtes et résoudre des énigmes pour accéder aux fins. Même lorsque les jeux étaient en monde ouvert, offrant une liberté quasi totale quant aux défis à relever et à leur moment, une logique de conception sous-jacente devait être respectée.

Ces expériences ont façonné notre conception du jeu, puis notre approche de la conception de jeux et d’outils interactifs dans le cadre de la recherche. La structure, la narration et le rythme nous semblaient fondamentaux.

Observer les enfants interagir avec la culture numérique actuelle, et notamment avec ce que l’on appelle la « décomposition mentale », remet en question ces hypothèses. Leurs expériences ne s’articulent pas toujours autour de longs arcs narratifs ou de mécanismes et défis soigneusement élaborés. Elles sont au contraire fluides, fragmentaires et résolument sociales.

Ils passent d’une partie de Roblox à une courte vidéo TikTok, d’un mod Minecraft chaotique à une blague inspirée des mèmes, sans jamais perdre le fil. Ce qui peut parfois ressembler à une surstimulation décousue pour les adultes est parfaitement cohérent pour eux. Ils maîtrisent une forme de culture numérique qui consiste à assembler références, humour, audio, images et interactions à une vitesse fulgurante.

Brainrot et recherche

Du point de vue de la recherche, cette situation nous rappelle opportunément que la façon dont les enfants interagissent en ligne évolue. Les jeunes ne délaissent pas les jeux significatifs ; ils interagissent simplement avec un environnement numérique radicalement différent de celui dans lequel leurs parents ont grandi.

Des recherches soulèvent des questions quant à l’impact de l’alternance de contenus courts et chaotiques sur l’attention et le bien-être de certains utilisateurs. Par exemple, une étude récente a établi un lien entre l’utilisation intensive d’applications de vidéos courtes et une moins bonne qualité de sommeil chez les adolescents, tout en notant qu’une anxiété sociale plus élevée expliquait en partie ce phénomène.

Une analyse plus large de plusieurs études a révélé des corrélations similaires entre une utilisation plus intensive et des scores plus faibles aux tests d’attention, ainsi qu’une augmentation du stress et de l’anxiété. Cependant, ces résultats ne démontrent pas de lien de causalité. On ignore encore si les contenus courts influencent l’attention, ou si les jeunes, selon leur style cognitif, sont simplement attirés par des médias qui correspondent déjà à leur façon de traiter l’information.

Cette évolution a transformé la conception des jeux éducatifs. Au lieu de supposer que l’attention doit être soutenue dans une seule direction, nous nous intéressons davantage à la manière dont la curiosité se manifeste par brèves séquences, à la modularité du jeu et à la façon dont le sens peut émerger de la participation plutôt que de l’instruction.

On ne pourrait peut-être pas reproduire à l’identique Brainrot dans un jeu éducatif, mais certaines de ses qualités – son rythme, son aspect ludique, son remixage d’idées – peuvent offrir des pistes précieuses pour repenser la manière dont les jeunes s’engagent. Notre façon d’apprendre évolue constamment et ne correspond pas toujours à nos anciens schémas de pensée. Plutôt que de résister à cette évolution, il est essentiel de chercher à la comprendre et de s’adapter à leur niveau actuel.

Pour comprendre pourquoi le « brainrot » trouve un tel écho chez les enfants, il est utile de le percevoir non comme un bruit de fond insignifiant, mais comme une forme de communication sociale. Ces références fonctionnent comme des blagues entre initiés, mais remixables à l’infini.

C’est là une partie de son attrait : le « brainrot » est malléable, collaboratif et ludique. Si on le comprend, on peut le réinterpréter, le combiner, le détourner et l’utiliser pour affirmer son appartenance à un groupe. Une créativité fascinante se cache au cœur de ce chaos.

On retrouve également une certaine conscience de soi dans une grande partie de la culture « brainrot ». Son absurdité n’est pas fortuite, elle fait partie intégrante de l’humour. En ce sens, elle rappelle des mouvements artistiques ou culturels antérieurs qui embrassaient l’absurde ou la subversion ludique. Un point essentiel : ce n’est pas quelque chose d’imposé aux enfants par les entreprises ou les algorithmes. Le « brainrot » est un univers que les jeunes choisissent de construire ensemble, en adaptant et en faisant évoluer les références au sein de leurs propres cercles.

La « déconnexion numérique » n’est pas la preuve que les jeunes sont désengagés ou manquent d’imagination. Elle reflète leur façon d’appréhender un monde numérique rapide, fragmenté et foisonnant d’idées.

La version originale de cet article a été publiée sur The Conversation

https://atlantico.fr/article/rdv/si-vous-ne-savez-pas-ce-que-sont-ces-brainrots-dont-parlent-sans-cesse-vos-enfants-voila-quelques-petites-explications